Google stoppt Zensur in China

in Neuigkeiten am 24.03.2010

Google gab am Montag offiziell bekannt, seine Zensursysteme in China abgestellt zu haben. Google hat diesen Schritt bereits am 12. Januar angekündigt. Die chinesische Regierung wirft Google Wortbruch vor und verurteilt diese Entscheidung scharf. Der Beschluss des Suchmaschinen-Riesen sei ein "isolierter Fall".

Google leitet die chinesischen Nutzer seines Suchdienstes sowie von Google News und Google Images nun auf seine Seite unter der Domain der Sonderverwaltungsregion Hongkong um. Dort können die Dienste nach den dort gültigen Gesetzen ohne Zensur angeboten werden.

Die chinesische Regierung betonte in den letzten Verhandlungen mit Google, dass der US-Internet-Konzern seine Dienste, die in China angeboten werden, zensieren müsse, wenn es sie weiter anbieten wolle. Google hoffe nun, dass China diesen Schritt akzeptieren werde. Google betonte aber auch, dass die Regierung jederzeit den Zugriff auf den Dienst in Hongkong blockieren könne.

Über eine spezielle Webseite werde es Außenstehenden möglich sein, zu sehen, welche Dienste von Google die chinesische Regierung blockt. Laut einer Schätzung des chinesischen Beratungsunternehmens Analysys International vom Januar liegt der Marktanteil von Google in der Volksrepublik China bei 26 Prozent. Marktführer in China ist der Suchmaschinen-Anbieter Baidu mit 62 Prozent. Es wird geschätzt, dass Google in der Volksrepublik im vergangenen Jahr zwischen 300 und 600 Millionen US-Dollar erwirtschaftet hat. Der Gesamtumsatz Googles weltweit betrug rund 24 Milliarden US-Dollar.

Google hat aber angekündigt, dass es seine Software weiterhin in China entwickeln und auch weiter Anzeigen verkaufen wolle. Der Beschluss, dass die Zensursysteme abgestellt werden, sei allein eine Entscheidung von der Google-Spitze in den USA gewesen, kein chinesischer Manager sei involviert gewesen. Google hatte diese Maßnahme ergriffen, nachdem das Unternehmen der chinesischen Regierung vorgeworfen hatte, nichts gegen die kriminellen Angriffe auf Googles Server zu unternehmen.

Am Dienstag wurde Googles Entscheidung für einen Rückzug aus der Volksrepublik von der chinesischen Regierung als "isolierter Fall" bezeichnet. Die Regierung werde den US-Konzern nach Recht und Gesetz behandeln, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums. Der Streit von Google und China werde die Beziehung zwischen den USA und der Volksrepublik nicht belasten, solange sie nicht von anderen zu politischen Zwecken ausgenutzt werde.

Google betreibt seine Suchmaschine in China seit 2006. Der Konzern hat in China rund 600 Mitarbeiter den drei Standorten Peking, Shanghai und Guangzhou beschäftigt. Bei Google Hong Kong sind die Suchergebnisse nicht der chinesischen Zensur unterworfen.

  1. Stephan sagt:

    Find ich gut – natürlich ganz nach Googles Claim "Don't be evil".

    am 30.03.2010

  2. Stefan sagt:

    Finde ich auch gut was Google da macht. Aber gut ich find eigentlich fast alles an Google toll :)

    am 05.04.2010

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